Fünf Dinge, die mir als frische Mama geholfen haben nicht durchzudrehen

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Der Grad zwischen grenzenloser Erschöpfung und bedingungsloser Liebe ist schmal.

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Meine Tochter Marlene lehrt mich das seit elf Wochen.

Anfangs ist alles überwältigend. Die Gefühle nach der Geburt, die Glückwünsche, das kleine Baby in deinem Arm, das absofort zu deinem Leben gehört. Viele Menschen schwirren um dich rum. Es kommt viel Besuch. Alle geben dir Tipps und sagen dir wie du stillen sollst und was das Beste für den kleinen Spatz ist.
Dann bist du zu Hause und plötzlich ist es still. So still, dass du das Babygeschrei richtig laut hören kannst.

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War das im Krankenhaus auch schon so laut?

Und die kleine Maus weint und weint und weint. Und nachdem der Hunger gestillt wurde, die Windel gewechselt, das Bäuchlein gestreichelt, die Füße massiert und der Säugling stundenlang in den Schlaf gewiegt wurde, weint das kleine Menschlein immer noch. Und du fragst dich, ob du vielleicht eines dieser besagten Schreibabys hast. Du hast davon gelesen. Sie würden nur schreien mit kleinen Pausen dazwischen. Und irgendwann hört es auf aber du weißt nicht wann. Und die Zeit bis dahin ist grausam.

Natürlich ist meine Marlene kein Schreibaby. Aber am Anfang ziehst du natürlich alles in Erwägung. Ich habe mich informiert, ich habe viel gelesen und mit vielen Müttern gesprochen. Und trotz alledem war ich überwältigt von der Anstrengung. Es ist das Schönste und gleichzeitig das Herausfordernste eine Mama zu sein. Ich schwanke zwischen „Ich brauche unbedingt Zeit für mich. Kann mir jemand meine Prinzessin nicht mal eine Stunde abnehmen?“ und „Ich will sie gar niemandem geben, weil nur ich sie richtig kenne und weiß was sie braucht.“

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Das ist ein Teufelskreis.

Um hierbei nicht komplett den Verstand zu verlieren und in Windeln und Stilleinlagen zu ersticken, haben mir einige Dinge sehr geholfen:

Hol dir Hilfe!
Das ist keine Schande. Du musst nicht alles alleine schaffen. Und wenn du wie ich einen Kindsvater hast, der sehr viel arbeitet, kannst du auch nicht alles alleine schaffen.
Such dir jemanden aus deiner Verwandschaft, deiner Familie oder deinem Freundeskreis, der sich ein oder zweimal in der Woche um deinen kleinen Schützling kümmert. Bei mir war es  meine Tante und meine Mama.
Anfangs kam meine Tante nach der Arbeit nachmittags um 16 Uhr und blieb bis ca 20 Uhr abends. Zu meiner Mama brachte ich Marlene manchmal am Wochenende für ein oder zwei Stunden. Natürlich ließ ich  die beiden nicht die ganze Zeit alleine mit meiner Marlene. Schon deshalb weil ich noch stillte und weil ich maximal zwei Stunden weg bleiben konnte. Aber es war ein guter Anfang und ich konnte mir ansehen, wie sie mit meiner Prinzessin umgingen. Marlene gewöhnte sich immer mehr an ihre Anwesenheit und auch meine Tante und meine Mom wurden im Umgang mit der kleinen Maus immer sicherer.

Nach fünf Wochen blieb ich das erste mal abends für vier Stunden weg. Ich verabredete mich mit einer Freundin, pumpte zuvor Milch ab und engagierte meine Tante wieder als Babysitter.
Und siehe da- es klappte hervorragend. Ich hatte endlich wieder einmal etwas anderes auf dem Bildschirm und gewöhnte mich an den Gedanken Marlenchen, zumindest für ein paar Stunden, von jemand anderem betreuen zu lassen.

Mach Sport!
Ich habe schon vor der Schwangerschaft Sport gemacht. Immer eine Mischung aus Joggen, Yoga und Fitness. Aber selbst Mamis, die normal nichts mit Sport am Hut haben, empfehle ich es dringend. Es ist der Schlüssel zur Entspannung.
Durch die Anstrengung beim Laufen werden Endorphine ausgeschüttet. Ich bin nicht umsonst nach einer Laufrunde immer bestens gelaunt. Selbst 20 Minuten Yoga wirken Wunder. Die Konzentration auf deine Atmung, deinen Körper, die Übungen und die Tatsache, dass du Zeit NUR für dich hast- lässt dich total entspannen. Außerdem hilft es dir auf dem Weg zurück zu deinem Anfangsgewicht.

Sprich mit anderen Mamis!
Jede Mama macht während der Schwangerschaft einen Geburtsvorbereitungskurs und selbst danach gibt es zahlreiche Angebote wie Babyschwimmen oder Babymassage, bei denen du mit anderen Mamas in Kontakt kommst. Das ist wichtig um sich auszutauschen. Ich habe festgestellt, dass es vielen Mamas wie mir geht. Und es tut gut auf Gleichgesinnte zu treffen. Jemand, der kein Kind hat, wird niemals verstehen was in dir vorgeht. Womöglich trifft man sich zum gemeinsamen Spazieren gehen im Park oder empfiehlt sich Babynahrung oder ein bestimmtes Tragetuch. Der Austausch zwischen frischen Mamis ist existenziell wichtig.

Mach Ausflüge!
Du befindest dich jetzt in einer sehr herausfordernden Zeit. Schlafmangel und Erschöpfung, Stress und Hektik regieren den Alltag. Aber vergiss nicht, dass dir der Stress erspart bleibt, in die Arbeit zu müssen.
Ein Faktor, der dich vielleicht früher auch Energie gekostet hat, fällt nun weg. Du hast also genug Zeit für dein Kind und das darf man bei all den neuen Aufgaben nicht vergessen.

Mach Ausflüge mit deinem Kind. Mach Dinge für die du normal keine Zeit hast, weil du arbeiten musstest. Besucht Verwandte, geht spazieren, schaut euch schöne Städte an oder geht einkaufen. Du wirst merken wie gut es dir tut, wenn du „raus kommst“. Und natürlich möchte man sein Kind nicht immer abgeben um schöne Dinge zu machen. Man kann auch gemeinsam mit seinem Baby schöne Dinge machen. Also rein in den Kinderwagen und ab an die Donau zum Frischluft tanken. Oder in den Wildpark, oder in die Fußgängerzone Schaufenster kucken…..oder oder oder….
Den Latte Macchiato im gemütlichen Straßencafe mit der aktuellen Gala kannst du dir abschminken, aber das macht nichts. Es gibt so viele andere schöne Dinge, die du machen kannst und das Schönste ist: Du hast dein Baby dabei!

Bastel Fotobücher!
Die Zeit vergeht wie im Flug und das ist nicht nur so eine Redensart.
Im einen Moment wünscht du dir, dass dein Baby so groß wäre, dass es dir doch mitteilen könnte, was ihm fehlt. Und im anderen Moment sehnst du dir die Zeit zurück, in der dein Kind einfach noch ein Baby war und alles noch so einfach.
Um dich an diese Zeit zu erinnern und vor allem um dir bewusst zu machen, was du eigentlich geschafft hast, hilft es Fotobücher und andere Erinnerungen anzulegen.

Das erste Lächeln, die erste Untersuchung beim Kinderarzt. Die erste Babymassage. Es macht doch auch Spaß kreativ zu sein, Fotos einzkleben, den ersten Body aufzuheben, die ersten Söckchen. Beschäftige dich mit deinem Kind und den Erinnerungen ans Krankenhaus, an die Geburt, an die Glückwünsche, an die Zeit daheim. Die Schwangerschaft, die Geburt und alles was danach kommt ist unglaublich anstrengend. Jede Mama ist deshalb eine Heldin. Man sollte sich jeden Tag daran erinnern, was man geschafft hat.

GINGS EUCH GENAUSO?- Was sind eure Erfahrungen mit eurem Schatz?

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